🧀 Mascarpone
Italienischer weicher Streichkäse aus Sahne, die bei 85–95 °C mit Säure gerinnt; ungereift und Basis von Tiramisu.
Mascarpone ist ein italienischer weicher Streichkäse aus Milchrahm. Er reift nicht: Die Sahne wird auf 85–95 °C erhitzt und mit Säure zum Gerinnen gebracht. Der milde Geschmack und die cremige Konsistenz haben diesen Käse zur Basis von Tiramisu und anderen Desserts gemacht, zu Hause wie in der Industrie.
Früher stellten Bauern in einigen norditalienischen Regionen Mascarpone her und aßen ihn gleich nach der Herstellung. Heute steht handwerklicher Mascarpone (mascarpone artigianale) auf der Liste traditioneller Agrar- und Lebensmittel der Lombardei von 2025; als Gebiet nennt sie die Poebene, besonders die Provinz Lodi. Die wachsende Nachfrage brachte den Käse auch in die industrielle Produktion. Im EU-Register für geografische Angaben eAmbrosia kommt der Name nicht vor.
Die Rohstoffe sind Sahne mit etwa 80 % Lipiden und 2,8–6 % Eiweiß in der Trockenmasse und ein Säuerungsmittel: Essig-, Zitronen-, Wein- oder Milchsäure, Essig oder Zitronensaft. Die Säure kommt während des Erhitzens unter ständigem Rühren dazu; der End-pH-Wert liegt bei 5,7–6,6. Danach tropft die Masse rund 20 Stunden ab. Die starke Hitze denaturiert die Molkenproteine, die sich an Kaseinmizellen und Fettkügelchenmembranen heften und so teilweise im Käse bleiben. Das ergibt die typische Textur und den typischen Geschmack.
Etiketten in der Datenbank USDA FoodData Central nennen meist 36–50 g Fett und 360–430 kcal pro 100 g. Der Käse enthält viel Feuchtigkeit und wenig Eiweiß, und Kühlung ist für ihn wichtig. 1996 erkrankten in Italien acht junge Menschen an Botulismus, nachdem sie Mascarpone oder Tiramisu gegessen hatten, in dem der Käse nicht erhitzt wird; eine Person starb. Als wahrscheinliche Ursache nannten die Forscher eine Unterbrechung der Kühlkette im Einzelhandel. In einem Versuch bei 28 °C begannen Bakterien im Mascarpone innerhalb von 3–4 Tagen zu wachsen und Toxin zu bilden.
Warum das für Sie wichtig ist. Kaufen Sie Mascarpone aus dem Kühlregal und halten Sie ihn auch zu Hause kalt. Frieren Sie ihn nicht ein: In einer Studie bekam der Käse bei −18 °C Risse und wurde brüchig, und Tiramisu-Schaum daraus war weniger stabil; bei 4 °C traten diese Änderungen nicht auf. Achten Sie auf Zutaten und Fettgehalt, denn der Name ist auf EU-Ebene nicht geschützt und sagt allein nichts über die Herkunft. Der NHS zählt pasteurisierten Mascarpone zu den Käsen, die in der Schwangerschaft unbedenklich sind.
Fakten
| Rohstoff | Milchrahm und ein Säuerungsmittel: Essig-, Zitronen-, Wein- oder Milchsäure, Essig oder Zitronensaft 1 |
|---|---|
| Land | Italien 1 |
| Region | Norditalien 1; handwerklich — Poebene, besonders die Provinz Lodi 2 |
| Temperatur | Sahne wird auf 85–95 °C erhitzt 1; der Käse gefriert bei etwa −2 °C 6 |
| Dauer | Abtropfen rund 20 Stunden 1 |
| Geschmack | Mild, cremige Konsistenz 1 |
Was dazugehört
Wie es mit dem Thema „Käse“ zusammenhängt
🧀 Mascarpone → ähnlich → 🧀 Ricotta → Art von → 🧀 Käse
Verbindungen
- Hergestellt aus
- 🥛 Sahne
- Gehört zu
- 🥛 Frischkäse, 🇮🇹 Käse aus Italien
- Ähnlich und verschieden
- 🧀 Frischkäse, 🧀 Ricotta
Häufige Fragen
Woraus wird Mascarpone gemacht?
Aus Milchrahm und einem Säuerungsmittel: Zitronen-, Wein-, Essig- oder Milchsäure, Essig oder Zitronensaft. Die Sahne wird auf 85–95 °C erhitzt, die Masse tropft rund 20 Stunden ab.
Ist Mascarpone ein gereifter Käse?
Nein. Er ist ein ungereifter weicher Streichkäse: Er reift nicht, und früher aß man ihn gleich nach der Herstellung.
Wie lagert man Mascarpone, und kann man ihn einfrieren?
Im Kühlschrank: Eine unterbrochene Kühlkette wurde mit dem Botulismus-Ausbruch von 1996 in Verbindung gebracht. Einfrieren sollte man ihn nicht: Laut Forschern schadet es Textur und Eigenschaften des Käses, auch im Tiramisu.
Dürfen Schwangere Mascarpone essen?
Pasteurisierten ja: Der NHS nennt Mascarpone unter den pasteurisierten Weichkäsen, die in der Schwangerschaft unbedenklich sind. Prüfen Sie auf dem Etikett, ob der Käse aus pasteurisierten Zutaten besteht.
Stimmt es, dass Mascarpone ein geschützter EU-Name ist, wie Parmigiano Reggiano?
Nein. Im EU-Register eAmbrosia steht der Name nicht. Handwerklicher Mascarpone ist auf der Liste traditioneller Produkte der Lombardei, doch diese regionale Liste schützt den Namen nicht, und Mascarpone wird auch außerhalb Italiens hergestellt.
Was Sie als Nächstes lesen können
- 🧀 Ricotta — „Nochmals gekocht“: frisches Erzeugnis aus Molke, deren Eiweiß durch Hitze gerinnt; oft mit etwas Milch.
- 🧀 Frischkäse — Weicher Frischkäse aus Milch und Sahne; der US-Standard verlangt mindestens 33 % Milchfett und höchstens 55 % Wasser.
Ähnliches
🧀 Stracciatella · 🧀 Burrata · 🧀 Stracchino · 🧀 Bundz · 🧀 Jāņu siers · 🧀 Minas-Käse
ℹ️ Milchprodukte enthalten Laktose und Milcheiweiß: Bei Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie fragen Sie eine Ärztin oder einen Arzt.
Quellen
- Capozzi V. et al. — Unveiling the Molecular Basis of Mascarpone Cheese Aroma (Molecules 2020, 25(5), 1242)
- Regione Lombardia — Prodotti agroalimentari tradizionali, elenco 2025 («Mascarpone artigianale»)
- European Commission — eAmbrosia, register of geographical indications
- Aureli P. et al. — An outbreak in Italy of botulism associated with a dessert made with mascarpone cream cheese (Eur J Epidemiol, 2000)
- Franciosa G. et al. — Clostridium botulinum spores and toxin in mascarpone cheese and other milk products (J Food Prot, 1999)
- Jiménez-Maroto L. A. et al. — Frozen storage is detrimental to the functionality of cream cheese and mascarpone (J Dairy Sci, 2026)
- NHS: Foods to avoid in pregnancy — cheese, milk and other dairy
- USDA FoodData Central — Mascarpone cheese, label data (FDC 2595456)
- USDA FoodData Central — Mascarpone cheese, label data (FDC 1850847)
