🍶 Ayran
Sauermilchgetränk Anatoliens, des Kaukasus und Zentralasiens.
Ayran ist ein leicht salziges Sauermilchgetränk, das man durch Verdünnen von Joghurt mit Wasser erhält. Der Türkische Lebensmittelkodex definiert es genau: Ayran entsteht, indem man Joghurt Wasser zusetzt oder Milch mit eingestellter Trockenmasse mit den beiden Joghurtbakterien säuert – Lactobacillus bulgaricus und Streptococcus thermophilus. Diese Bakterien müssen bis zum Ende der Haltbarkeit lebendig und aktiv bleiben.
Das Getränk ist in Anatolien, Zentralasien und im Kaukasus seit Langem bekannt, in der Türkei wurde es zum Nationalgetränk. Ähnliche Getränke gibt es auch bei den Nachbarn: In Syrien gibt man zur Sauermilch Laban Knoblauch und Eisstückchen, und auch dieses Sommergetränk heißt Ayran; im Iran trinkt man Doogh. Der Codex Alimentarius ordnet solche Getränke als „Getränke auf Basis fermentierter Milch“ ein: Sie müssen mindestens 40 % fermentiertes Milchprodukt enthalten.
Die türkischen Vorschriften begrenzen den Salzgehalt von Ayran auf 0,8 % und teilen ihn nach Fettgehalt ein: Vollfetter Ayran enthält mindestens 1,8 % Milchfett, halbfetter 0,8 bis 1,2 %, entrahmter höchstens 0,5 %. Die Fettstufe ist Teil der Bezeichnung auf dem Etikett. Ayran wird kalt getrunken, besonders bei Hitze: Er erfrischt gut.
Warum das für Sie wichtig ist. Auch ein nur leicht salziges Getränk bringt Salz in die Ernährung: Iranischer Doogh enthielt in Proben aus Teheran im Schnitt 1,04 g Salz pro 100 g, und die WHO empfiehlt Erwachsenen weniger als 5 g pro Tag. Schauen Sie also aufs Etikett – in der Türkei darf Ayran nicht mehr als 0,8 % Salz enthalten. Zu Hause ist Ayran schnell selbst gemacht: Naturjoghurt mit kaltem Wasser verdünnen und eine Prise Salz zugeben.
Wie es mit Milch zusammenhängt
Verbindungen
- Serviert in
- 🥣 Piala
- Wie es entsteht
- 🔄 Säuerung
- Hergestellt aus
- 🥛 Milch
- Wo es Tradition hat
- 🌍 Anatolien und Naher Osten, 🌍 Zentralasien, 🌍 Kaukasus
- Bei welchen Völkern
- 🧑🤝🧑 Türken, 🧑🤝🧑 Kasachen
- Produkttyp
- 🏺 Traditionelle Milchprodukte
- Gehört zu
- 🥣 Sauermilchprodukte
Häufige Fragen
Woraus wird Ayran hergestellt?
Aus Joghurt und Trinkwasser, meist mit Salz. Nach dem Türkischen Lebensmittelkodex kann Ayran auch anders entstehen – indem man Milch mit Joghurtbakterien säuert.
Worin unterscheidet sich Ayran von Kefir?
Ayran wird mit Joghurtbakterien gesäuert – Lactobacillus bulgaricus und Streptococcus thermophilus. Für Kefir verlangt der Codex Alimentarius eine Kultur aus Kefirknollen, in der neben Bakterien auch Hefen leben.
Wie viel Salz enthält Ayran?
In der Türkei höchstens 0,8 %. In iranischem Doogh aus Teheran wurden im Schnitt 1,04 g Salz pro 100 g gemessen.
Stimmt es, dass Ayran einfach verdünnter Joghurt ohne jede Vorschrift ist?
Nein. In der Türkei regelt ihn der Lebensmittelkodex: lebende Joghurtbakterien bis zum Ende der Haltbarkeit, höchstens 0,8 % Salz und die Fettstufe auf dem Etikett.
Welche Fettstufen gibt es bei Ayran?
Vollfett – ab 1,8 % Milchfett, halbfett – 0,8–1,2 %, entrahmt – bis 0,5 %.
Vergleiche
Was Sie als Nächstes lesen können
- 🌍 Anatolien und Naher Osten — Eine der Wiegen der Domestizierung von Ziegen, Schafen und Rindern; Ayran, Joghurt, Kamelmilch bei Nomaden.
- 🧑🤝🧑 Kasachen — Ein Turkvolk Kasachstans, historisch nomadische Viehzüchter der Steppe; in ihrer Milchküche: Kumys aus Stutenmilch, Schubat und Kurt.
- 🔄 Säuerung — Milchsäurebakterien wandeln Laktose in Säure um, die Milch wird dick.
- 🏺 Traditionelle Milchprodukte — Produkte, die seit Jahrhunderten nach überlieferten Rezepten hergestellt werden: Säuerung, Käserei, Schmoren, Trocknung. An Regionen und Völker gebunden.
- 🥣 Piala — Kumys, Ayran, Tee mit Milch in Asien.
Ähnliches
🍶 Schubat · 🍶 Kumys · 🧀 Qurut · 🥣 Joghurt · 🧀 Matsoni · 🥣 Katyk
ℹ️ Milchprodukte enthalten Laktose und Milcheiweiß: Bei Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie fragen Sie eine Ärztin oder einen Arzt.
Quellen
- Türk Gıda Kodeksi Fermente Süt Ürünleri Tebliği No 2022/44 (Resmî Gazete, 30.11.2022)
- Codex Alimentarius. Standard for Fermented Milks (CXS 243-2003)
- FAO. The technology of traditional milk products in developing countries (1990), ch. IV
- A review of fermented milks: potential beneficial effects on human nutrition and health (African Health Sciences, 2023)
- Salt Contents in Fermented Dairy Products: A Strategic Blueprint for Healthier Intake (Food Science & Nutrition, 2025)
