🥃 Irish Cream (irischer Sahnelikör)
Likör aus frischem irischem Rahm, Alkohol und irischem Whiskey: ab 15 % vol., Milchfett ab 10 %; g. A. der Insel Irland.
Irish Cream ist eine geografische Angabe für einen Likör, der nur auf der Insel Irland einschließlich Nordirland hergestellt wird. Er ist eine stabile Emulsion aus frischer irischer Sahne in einer gesüßten, aromatisierten Alkoholbasis mit Irish Whiskey. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 15 % vol; nach EU-Recht gehört das Getränk zur Kategorie „Likör“. Laut dem EU-Register eAmbrosia ist der Name in der EU seit dem 12. Juni 1989 geschützt (Akte PGI-IE+UK(NI)-02057).
Die technische Spezifikation des irischen Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Meeresangelegenheiten legt die Zusammensetzung fest. Der Likör muss mindestens 10 % Milchfett (Gewicht pro Volumen) enthalten, und dieses Fett darf nur aus frischer irischer Sahne stammen, die auf der Insel aus irischer Milch gewonnen wird. Sahne ist hier der fettreiche Teil der Kuhmilch, der durch Entrahmen abgetrennt wird; sie muss pasteurisiert sein, darf aber nicht sterilisiert, ultrahocherhitzt oder gefroren sein. Der Alkohol stammt aus Ethylalkohol oder Destillaten landwirtschaftlichen Ursprungs, und mindestens 1 % davon muss Irish Whiskey nach dem Irish Whiskey Act 1980 sein. Der Zuckergehalt, berechnet als Invertzucker, beträgt mindestens 100 g/l. Aromen, Emulgatoren, Stabilisatoren, Chelatbildner und Farbstoffe sind nur erlaubt, wenn das Lebensmittelrecht sie zulässt. Ein Konzentrat zur Rückverdünnung außerhalb der Insel herzustellen ist verboten.
Sahne und Alkohol verbinden sich nicht von selbst, daher beschreibt die Spezifikation zwei Herstellungsverfahren. Beim einstufigen Verfahren wird eine Alkohol-Vormischung (Alkohol, Kohlenhydrate, Wasser, meist Aromen und Farbstoffe) mit einer Protein-Vormischung (Zitronensäure oder ihr Salz und Milch- oder andere natürliche Proteine, in Wasser gelöst und mit der Sahne vermischt) zusammengeführt, und die ganze Mischung wird homogenisiert, bis die Fettkügelchen kleiner als 5 Mikrometer sind, möglichst unter 2. Beim zweistufigen Verfahren wird nur die Sahne mit der Protein-Vormischung homogenisiert, die Alkohol-Vormischung kommt danach hinzu. Die Proteine wirken als Emulgatoren und schützen die Sahne vor dem Alkohol, sodass die Emulsion während der ganzen Haltbarkeit stabil bleibt.
Der Likör wird auf der Insel hergestellt, darf aber unter Betriebskontrollen und amtlicher Überprüfung auch anderswo abgefüllt werden; dann steht auf dem Etikett „Bottled in …“. Die Einhaltung prüfen das irische Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Meeresangelegenheiten und im Vereinigten Königreich die Steuer- und Zollbehörde HMRC.
Das Dossier nennt drei Verbindungen zum Herkunftsort: irische Sahne, Irish Whiskey und ein in Irland entwickeltes Verfahren. Irland ist eine vom Golfstrom umspülte Insel mit mildem Klima, das sich gut für Gras eignet, und die Rinder werden dort überwiegend auf der Weide gehalten; laut Dossier verleiht das dem irischen Milchfett besondere Eigenschaften. Irish Whiskey, selbst eine geografische Angabe, reift mindestens drei Jahre in Holzfässern auf der Insel.
Auf der Vorderseite der Flasche muss die Verkehrsbezeichnung „Irish Cream Liqueur“ oder „Irish Cream“ stehen. Sie muss gut sichtbar und lesbar sein, jedes Wort gleich hervorheben und darf weder durch anderen Text oder Bilder unterbrochen noch mit anderen Wörtern kombiniert werden. Andere Spirituosen dürfen nicht so gekennzeichnet oder beworben werden, dass sie wie Irish Cream wirken.
Laut Spezifikation wurden die ersten solchen Liköre 1974 in Dublin vorgestellt; damit entstand eine neue Kategorie von Spirituosen. Die Spezifikation von 2015 beziffert den Bedarf der Branche auf etwa 350 Millionen Liter frische irische Milch pro Jahr, der Exportanteil liegt über 90 %.
Warum das für Sie wichtig ist. Den Namen „Irish Cream“ darf nur ein Likör tragen, der die Spezifikation erfüllt; ähnliche Sahneliköre aus anderen Ländern dürfen nicht so heißen. Milch ist ein Allergen und wird auf dem Etikett angegeben. Eine geöffnete Flasche lagern Sie nach den Angaben des Herstellers. WHO: Es gibt keine sichere Menge Alkohol.
Fakten
| EU-Kategorie | 33 (Likör); g. A. PGI-IE+UK(NI)-02057 |
|---|---|
| Alkoholgehalt (% vol.) | ab 15 % vol. |
| Rohstoff | irischer Rahm (≥ 10 % Milchfett), Alkohol, irischer Whiskey, Zucker ≥ 100 g/l |
| Gründungsjahr | 1974 (Dublin) |
| Rechtsgrundlage | Technische Spezifikation DAFM (2015); VO (EU) 2019/787 |
Was dazugehört
Wie es mit dem Thema „Spirituosen“ zusammenhängt
🥃 Irish Cream (irischer Sahnelikör) → aus → 🥃 Whisky → Art von → 🥃 Spirituosen
Verbindungen
- Nächster Schritt
- 🔄 Homogenisierung, 🌡️ Pasteurisierung
- Verpackt in
- 🍷 Weinetikett
- Hergestellt aus
- 🥛 Sahne, 🥛 Milch, 🥃 Whisky, 🥃 Irish Whiskey
- Was es enthält
- 🍬 Zucker
- Worauf es wirkt
- 🍷 Allergenkennzeichnung (enthält Sulfite), 🍷 Alkohol und Gesundheit, 🍷 Trunkenheit am Steuer
- Gehört zu
- 🥚 Eier- und Sahneliköre, 🍸 Liköre
- Ähnlich und verschieden
- 🥃 Eierlikör (Advocaat), 🥃 Eierlikör (Advocaat)
Häufige Fragen
Wo wird Irish Cream hergestellt?
Nur auf der Insel Irland einschließlich Nordirland; abgefüllt werden darf auch anderswo, dann mit dem Vermerk „Bottled in …“ auf dem Etikett.
Stimmt es, dass Irish Cream Whiskey enthalten muss?
Ja. Die Spezifikation verlangt, dass mindestens 1 % des Alkohols Irish Whiskey nach dem Irish Whiskey Act 1980 ist.
Wie viel Sahne steckt in Irish Cream?
Mindestens 10 % Milchfett (Gewicht pro Volumen) aus frischer, pasteurisierter irischer Sahne.
Warum trennt sich die Sahne nicht vom Alkohol?
Die Mischung mit Milchproteinen und Emulgatoren wird auf Fettkügelchen unter 5 Mikrometer homogenisiert, sodass die Emulsion während der ganzen Haltbarkeit stabil bleibt.
Seit wann gibt es Irish Cream?
Laut technischer Spezifikation wurden die ersten irischen Sahneliköre 1974 in Dublin vorgestellt.
Seit wann ist der Name Irish Cream geschützt?
Laut dem EU-Register eAmbrosia ist er in der EU seit dem 12. Juni 1989 geschützt.
Woran erkenne ich Irish Cream auf dem Etikett?
Auf der Vorderseite der Flasche muss „Irish Cream Liqueur“ oder „Irish Cream“ stehen, deutlich und ohne andere Wörter im Namen.
Was Sie als Nächstes lesen können
- 🍷 Alkohol und Gesundheit — Alkohol in jedem Getränk ist in großen Mengen schädlich, und die Risiken steigen mit der Menge.
- 🍷 Weinetikett — Das Etikett auf der Flasche: wer den Wein hergestellt hat, woher er stammt, der Jahrgang und der Alkoholgehalt.
- 🍬 Zucker — Saccharose, die Kondensmilch, Eis und süßem Joghurt zugesetzt wird; laut WHO sollen freie Zucker unter 10 % der Tagesenergie liefern.
- 🥃 Whisky — Getreidedestillat: Nach EU-Recht reift Whisky mindestens drei Jahre in Eichenfässern, Mindeststärke 40 % Vol.
- 🌡️ Pasteurisierung — 72–75 °C für 15–20 Sek.: tötet Krankheitserreger, im Kühlschrank ~7–10 Tage haltbar.
Ähnliches
🥃 Cachaça · 🥃 Pisco (Chile) · 🥃 Lowland-Whisky · 🥃 Irish Whiskey · 🥃 Campbeltown-Whisky · 🥃 Elsässer Whisky (Whisky d’Alsace)
⚠️ Spirituosen enthalten Alkohol und sind nur für Erwachsene bestimmt. Alkohol schadet der Gesundheit. Nicht in der Schwangerschaft oder vor dem Autofahren trinken; Zutaten und mögliche Allergene auf dem Etikett prüfen.
Quellen
- Technical file setting out the specifications with which Irish Cream must comply, Department of Agriculture, Food and the Marine (Ireland), February 2015 (copy on gov.uk)
- eAmbrosia — EU register of geographical indications (spirit drinks): Irish Cream, PGI-IE+UK(NI)-02057, EUGI00000014237, protected since 12.06.1989
- Regulation (EU) 2019/787 on spirit drinks (OJ L 130, 17.5.2019), Annex I, category 33 (Liqueur); Art. 37
- Regulation (EU) No 1169/2011 on food information to consumers, Art. 16(4) and Annex II (allergens)
- WHO/Europe: No level of alcohol consumption is safe for our health (04.01.2023)
