🥃 Kirschwasser (Kirsch)
Klarer Brand aus vergorenen Kirschen: in der EU ab 37,5 % vol., ohne Farbstoffe, Zucker bis 18 g/l; Zuger Kirsch ab 40 % vol.
Kirschwasser, kurz Kirsch, ist ein klarer Obstbrand, der durch Gärung und Destillation von Kirschen (Prunus avium) entsteht. In der EU ist „kirsch“ eine eigene zulässige Bezeichnung innerhalb der Kategorie 9 der Verordnung 2019/787, und „Kirschwasser“ wird nach der „Wasser“-Regel zusammen mit dem Namen der Frucht gebildet. Der Alkoholgehalt beträgt mindestens 37,5 % vol.; zugesetzter Alkohol, Aromastoffe und Farbstoffe sind verboten.
Die Kirschen werden mit oder ohne Steine vergoren und destilliert; jede Destillation erfolgt unter 86 % vol., mit flüchtigen Stoffen von mindestens 200 g je Hektoliter reinen Alkohols. Methanol ist bis 1000 g/hl erlaubt, Blausäure, die aus den Steinen stammt, bis 7 g/hl. Zucker darf höchstens 18 g/l betragen.
Die strengsten Regeln hat die geschützte Schweizer Bezeichnung Zuger Kirsch / Rigi Kirsch, eingetragen am 2. Mai 2013. Anbau der Früchte, Gärung, Destillation und Abfüllung müssen im Kanton Zug sowie in Teilen der Kantone Schwyz und Luzern erfolgen. Das Pflichtenheft nennt 63 Kirschensorten, weitere Sorten der Region sind auf 10 % begrenzt. Die Maische wird spätestens 48 Stunden nach der Ernte angesetzt, nur in Brennblasenanlagen destilliert und mit mindestens 40 % vol. verkauft. Die typische Mandelnote erklärt das Pflichtenheft mit kleinen lokalen Sorten mit hohem Steinanteil.
Sieben Kirschbrände sind im EU-Register seit dem 12. Juni 1989 geschützt: Schwarzwälder und Fränkisches Kirschwasser (Deutschland), Kirsch d'Alsace und Kirsch de Fougerolles (Frankreich), Südtiroler Kirsch, Kirsch Friulano und Kirsch Trentino (Italien).
Warum das für Sie wichtig ist. Kirsch ist kein Likör: Er enthält bis 18 g/l Zucker, während die Verordnung für einen Kirschlikör auf Kirschbasis mindestens 70 g/l vorschreibt. Klarheit ist die Norm, denn Kirsch darf nicht gefärbt werden. Die Herkunft garantiert nur eine geschützte Bezeichnung. WHO: Es gibt keine unbedenkliche Menge Alkohol.
Fakten
| EU-Kategorie | 9 — Obstbrand; zulässige Bezeichnung „kirsch“ oder „Kirschwasser“ |
|---|---|
| Alkoholgehalt (% vol.) | ab 37,5 % vol. (EU); ab 40 % vol. — Zuger Kirsch / Rigi Kirsch |
| Rohstoff | vergorene Kirschen (Prunus avium); beim Zuger Kirsch 63 lokale Kirschensorten |
| Destillationsverfahren | jede Destillation unter 86 % vol.; Zuger Kirsch — nur Brennblasenanlagen |
| Rechtsgrundlage | VO (EU) 2019/787, Kat. 9; Pflichtenheft Zuger Kirsch / Rigi Kirsch (BLW, 02.05.2013) |
Wie es mit dem Thema „Spirituosen“ zusammenhängt
🥃 Kirschwasser (Kirsch) → Art von → 🍎 Obstbrände → Art von → 🥃 Spirituosen
Verbindungen
- Nächster Schritt
- 🍷 Alkoholische Gärung, 🍷 Hefe
- Verpackt in
- 🍷 Weinetikett
- Worauf es wirkt
- 🍷 Alkohol und Gesundheit, 🍷 Trunkenheit am Steuer
- Gehört zu
- 🍎 Obstbrände, 🥃 Obstbrand
- Verwandt mit
- 📍 Alsace, 📍 South Tyrol, 📍 Trentino, 🗺️ Schweizer Wein, 🗺️ Deutscher Wein
- Ähnlich und verschieden
- 🍸 Liköre, 🥃 Slibowitz (Sliwowitz), 🥃 Pálinka, 🥃 Williamsbirnenbrand (Poire Williams), 🥃 Maraschino, 🥃 Marc d'Alsace Gewurztraminer, 🥃 Kirschpálinka aus Nagykörű (Nagykörűi cseresznyepálinka), 🥃 Sauerkirschpálinka aus Újfehértó (Újfehértói meggypálinka)
Häufige Fragen
Woraus wird Kirschwasser hergestellt?
Aus vergorenen Kirschen (Prunus avium), mit oder ohne Steine. Jede Destillation erfolgt unter 86 % vol.; zugesetzter Alkohol, Aromastoffe und Farbstoffe sind verboten (Kategorie 9 der EU-Verordnung 2019/787).
Wie stark ist Kirsch?
In der EU mindestens 37,5 % vol. Der Schweizer Zuger Kirsch und Rigi Kirsch werden laut Pflichtenheft mit mindestens 40 % vol. verkauft.
Stimmt es, dass Kirsch ein süßer Kirschlikör ist?
Nein. Kirsch darf höchstens 18 g/l Zucker enthalten. Ein Kirschlikör auf Kirschbasis ist eine andere EU-Kategorie (33) und enthält mindestens 70 g/l Zucker.
Woher kommt die Mandelnote im Kirsch?
Von den Steinen. Das Pflichtenheft des Zuger Kirsch erklärt die typische Mandelnote mit kleinen lokalen Sorten mit hohem Steinanteil. Blausäure aus den Steinen ist in der EU auf höchstens 7 g/hl reinen Alkohols begrenzt.
Welche Kirschbrände haben eine geschützte Bezeichnung?
In der EU sieben, alle seit 1989: zwei deutsche, zwei französische und drei italienische, darunter Schwarzwälder Kirschwasser und Kirsch d'Alsace. In der Schweiz seit 2013 der Zuger Kirsch / Rigi Kirsch.
Was Sie als Nächstes lesen können
- 🍷 Alkohol und Gesundheit — Alkohol in jedem Getränk ist in großen Mengen schädlich, und die Risiken steigen mit der Menge.
- 🗺️ Deutscher Wein — Wein und Weinbau des Landes: Regionen, Rebsorten und Herkunftsbezeichnungen.
- 🍷 Alkoholische Gärung — Die Hefe verbraucht den Zucker im Most und setzt Alkohol und Kohlendioxid frei.
- 🍷 Weinetikett — Das Etikett auf der Flasche: wer den Wein hergestellt hat, woher er stammt, der Jahrgang und der Alkoholgehalt.
- 🍷 Hefe — Mikroskopisch kleine Pilze, die Zucker in Alkohol und Gas umwandeln.
Ähnliches
🥃 Mirabellenbrand (Mirabelle) · 🥃 Williamsbirnenbrand (Poire Williams) · 🥃 Obstbrand · 🥃 Rakija · 🍓 Geist · 🥃 Slibowitz (Sliwowitz)
⚠️ Spirituosen enthalten Alkohol und sind nur für Erwachsene bestimmt. Alkohol schadet der Gesundheit. Nicht in der Schwangerschaft oder vor dem Autofahren trinken; Zutaten und mögliche Allergene auf dem Etikett prüfen.
Quellen
- Regulation (EU) 2019/787 on spirit drinks (OJ L 130, 17.5.2019), Annex I
- BLW (Swiss Federal Office for Agriculture): Pflichtenheft «Zuger Kirsch / Rigi Kirsch», GUB/AOP, Verfügung vom 2. Mai 2013
- BLW: Register der Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben (AOP/IGP)
- eAmbrosia (EU register of geographical indications): Schwarzwälder Kirschwasser, PGI-DE-01947 (EUGI00000014085)
- eAmbrosia — EU register of geographical indications, public API (spirit drinks; data of 20.10.2026)
- WHO/Europe: No level of alcohol consumption is safe for our health (04.01.2023)
