🍷 Geschmack und Inhaltsstoffe von Wein
Alkohol, Säure, Tannine, Aroma und Farbe: woraus der Geschmack des Weins besteht.
Geschmack und Inhaltsstoffe des Weins umfassen die Stoffe im Wein und die Empfindungen, die sie auslösen: Alkohol, Säuren, Tannine, Zucker, Farbstoffe und Aromastoffe. Ihr Zusammenspiel macht jeden Wein unverwechselbar.
Alles beginnt mit dem Saft reifer Trauben: rund 74 % Wasser, 25 % Zucker (Fruktose und Glukose etwa zu gleichen Teilen), 0,8 % organische Säuren und 0,5 % Mineralstoffe, vor allem Kalium. Hefen vergären den Zucker, und der Alkohol im Wein liegt nach EU-Recht meist zwischen 8,5–9 und 15 % vol; Portwein hat in der Regel 19–22 %.
Die Säure der Traube stammt vor allem aus Wein- und Apfelsäure, die zusammen mehr als 90 % aller Säuren ausmachen. In der EU darf die Gesamtsäure eines Weins 3,5 g/l nicht unterschreiten. Der biologische Säureabbau macht den Geschmack weicher, indem er Apfelsäure in Milchsäure umwandelt.
Tannine sorgen für die Adstringenz: Sie binden an Speichelproteine und fallen mit ihnen aus, sodass der Mund sich trocken anfühlt. Es gibt hydrolysierbare Tannine, vor allem aus Eichenholz, und kondensierte aus der Traube. Polyphenole erreichen in Rotwein im Schnitt 1.545 mg/l, in Weißwein nur 108 mg/l. Die Weinfarbe roter Sorten bestimmen Anthocyane aus der Beerenhaut; das wichtigste ist Malvidin, und mit dem Alter entstehen daraus stabilere Pigmente.
Glycerin, ein Nebenprodukt der Gärung, kommt meist mit 1–15 g/l vor, im Mittel etwa 7 g/l. Es riecht nicht, verleiht aber Süße, Weichheit und Fülle. Das Weinaroma unterteilt man in primär (aus der Rebsorte), sekundär (aus der Weinbereitung: Gärung, Eiche, Hefe) und tertiär (aus der Reifung). Die Weinträne am Glas erklärt der Marangoni-Effekt: Alkohol verdunstet aus dem dünnen Film, und der Unterschied der Oberflächenspannung zieht die Flüssigkeit nach oben.
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Häufige Fragen
Woher kommt die Adstringenz im Wein?
Von den Tanninen. Sie binden an Eiweiße im Speichel und fallen mit ihnen aus, sodass der Mund seine Schmierung zu verlieren scheint. Auch Säure und Alkohol beeinflussen, wie herb ein Wein wirkt.
Wie viel Alkohol enthält Wein?
Nach EU-Recht beträgt der vorhandene Alkoholgehalt von Wein mindestens 8,5 % vol (außerhalb der Zonen A und B 9 %), der Gesamtalkohol liegt meist bei höchstens 15 % vol; Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung dürfen ab 4,5 % haben. Portwein hat meist 19–22 %, Sherry Fino 15 %, Oloroso mindestens 17 %.
Warum ist Rotwein rot?
Wegen der Anthocyane – Farbstoffe, die in der Traubenhaut sitzen und 50–60 % ihrer Phenole ausmachen. Das wichtigste ist Malvidin. Der Farbton hängt vom pH-Wert ab, und bei der Reifung bilden sich aus Anthocyanen stabilere Pigmente, die als Altersmarker dienen.
Stimmt es, dass die «Tränen» eines Weins seine Qualität zeigen?
Nein, es ist ein physikalisches Phänomen. Alkohol verdunstet aus dem Film an der Glaswand, und der Unterschied der Oberflächenspannung zieht die Flüssigkeit nach oben – der Marangoni-Effekt, dessen treibende Kraft James Thomson schon 1855 beschrieb. Eine Studie von 2015 zeigte, dass auch die Verdunstungskühlung merklich beiträgt.
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Quellen
- Ohio State University Extension — HYG-1436, grape and wine chemistry
- McRae J.M., Kennedy J.A. Wine and grape tannin interactions with salivary proteins and their impact on astringency. Molecules, 2011
- Merkytė V. et al. Phenolic Compounds as Markers of Wine Quality and Authenticity. Foods, 2020
- Venerus D.C., Nieto Simavilla D. Tears of wine: new insights on an old phenomenon. Scientific Reports, 2015
